Samstag, 04. Juli 2020

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Durchschnittliche Weinmosternte erwartet

ie Winzer in Rheinland-Pfalz erwarten in diesem Jahr eine durchschnittliche Weinmosternte. Der sehr hohe Vorjahreswert wird deutlich unterschritten. Die Ernteberichterstatterinnen und Ernteberichterstatter des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz schätzten die Erntemenge für Weinmost Ende August auf knapp 5,9 Millionen Hektoliter, das wären 14 Prozent weniger als im Rekordjahr 2018.

Bei ähnlichem Witterungsverlauf wie 2018 waren in diesem Jahr regional die Bodenwasservorräte sowie die extremen sommerlichen Hitzewellen ertragslimitierende Faktoren, sodass 2019 voraussichtlich eine durchschnittliche Erntemenge eingefahren wird (Durchschnitt 2009 bis 2018: 5,8 Millionen Hektoliter).

Die Erntemenge der weißen Moste liegt nach den aktuellen Schätzungen mit 4,1 Millionen Hektoliter knapp sechs Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2018. Beim Rotmost liegt die Erntemenge mit 1,8 Millionen Hektoliter um 8,5 Prozent unter dem Niveau des langjährigen Mittels von knapp zwei Millionen Hektolitern. Zum Vorjahr beträgt der Rückgang der Erntemenge sechs Prozent.

Knapp ein Viertel der Erntemenge (1,5 Millionen Hektoliter) entfällt auf Riesling, der mit Abstand wichtigsten Rebsorte im Land. Die Erntemenge liegt knapp 17 Prozent unter der von 2018. Mit rund 0,8 Millionen Hektoliter folgen Müller-Thurgau und Dornfelder mit 0,7 Millionen Hektoliter.

Für Rheinhessen – dem größten Weinanbaugebiet Deutschlands – wurde mit 2,5 Millionen Hektoliter eine Erntemenge geschätzt, die dem langjährigen Vergleichswert entspricht. In der Pfalz wird die Erntemenge mit 2,3 Millionen Hektoliter marginal über dem Durchschnitt liegen. An der Mosel wird eine Erntemenge von 0,7 Millionen Hektoliter erwartet, das wären fast acht Prozent weniger als im langjährigen Durchschnitt und rund ein Viertel weniger als im Vorjahr.

Wegen des Termins, zu dem die Schätzungen erfolgen, sind die Ergebnisse noch mit Unsicherheiten behaftet und Veränderungen aufgrund des weiteren Witterungsverlaufs möglich.

Im Rahmen der Ernte- und Betriebsberichterstattung berichten rund 150 Ernteberichterstatterinnen und Ernteberichterstatter regelmäßig über die Wachstumsstände der Reben und die Weinmosterträge. Bei den Ertragsschätzungen wird stets davon ausgegangen, dass der weitere Witterungsverlauf keine Extreme aufweist.

Autor: Dr. Pascal Kremer (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)