Sunday, 19. January 2020

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Baumobsternte 2019 unterdurchschnittlich

Die rheinland-pfälzischen Obstbaubetriebe können dieses Jahr – nach einer ersten Bilanz des Statistischen Landesamtes in Bad Ems – eine Gesamternte von 47.000 Tonnen Baumobst einfahren. Dies entspricht einem Rückgang um ein Viertel im Vergleich zum Vorjahr. Bezogen auf den sechsjährigen Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2018 beträgt der Minderertrag zwölf Prozent.

Besonders bei der in Rheinland-Pfalz bedeutendsten Baumobstart, dem Apfel, fällt die Erntemenge relativ klein aus: Es wird von einer Gesamterntemenge von rund 21.600 Tonnen ausgegangen, das wären 44 Prozent weniger als im Jahr 2018. Rechnerisch stünden somit jedem Einwohner fünf Kilogramm Äpfel aus heimischer Erzeugung zur Verfügung; das würde rund ein Viertel des Pro-Kopf-Verbrauchs decken, der 2015/16 bei 19 Kilogramm lag.

Äpfel werden auf 1.390 Hektar angebaut. Der Hektarertrag wird auf rund 15,5 Tonnen geschätzt. Der sechsjährige Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2018 beträgt 21,1 Tonnen je Hektar.

Nach den Feststellungen der Ernteberichterstatterinnen und -berichterstatter brachten auch die anderen Obstarten im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Gesamterntemengen. Die Birnen anbauenden Betriebe (163 Hektar) werden mit einer Erntemenge von 2.200 Tonnen ein unterdurchschnittliches Ergebnis erzielen (minus 23 Prozent im Vergleich zu 2018).

Bei den Süß- sowie Sauerkirschen wurde für die Gesamterntemenge im Vergleich zu 2018 ein Rückgang von unter zwei Prozent ermittelt. Bezogen auf den sechsjährigen Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2018 kann jedoch von einem Plus von 39 bzw. fünf Prozent ausgegangen werden. Süßkirschen stehen mit 653 Hektar auf dem zweiten Platz der Anbaustatistik. Die geschätzte rheinland-pfälzische Gesamterntemenge beträgt 4.500 Tonnen, der Durchschnittsertrag 6,9 Tonnen je Hektar. Auf den 5621 Hektar mit Sauerkirschen wurde ein durchschnittlicher Hektarertrag von 9,3 Tonnen erzielt, der den Mittelwert der Jahre 2013 bis 2018 (8,4 Tonnen/Hektar) um knapp eine Tonne übersteigt. Die Erntemenge beläuft sich auf 5.200 Tonnen.

Die Flächenangaben beziehen sich auf die Baumobstanbauerhebung 2017.

Die Daten stammen aus der Ernte- und Betriebsberichterstattung für Baumobst. Rund 200 Landwirte berichten regelmäßig über die Wachstumsbedingungen und die Erträge von Baumobst. Die Schätzungen sind vorläufig und können je nach weiterem Witterungsverlauf mehr oder weniger von den endgültigen Ergebnissen abweichen. Quelle für Pro-Kopf-Verbrauch: Statistisches Jahrbuch über Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 2016; Tabelle 265

Autor: Dr. Pascal Kremer (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)