Samstag, 04. Juli 2020

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Inflationsrate liegt im September bei plus 1,1 Prozent

Die Teuerungsrate ist im September 2019 geringer ausgefallen als im August. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, lag der Verbraucherpreisindex um 1,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit sank die Inflationsrate auf den niedrigsten Stand seit Februar 2018. Im August 2019 hatte die Teuerungsrate plus 1,4 Prozent betragen.

Die Energiepreisentwicklung wirkte dämpfend auf die Teuerung. Im September 2019 war Energie 2,1 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat. Der Grund dafür sind Preissenkungen bei Mineralölprodukten (minus 8,6 Prozent). So verringerten sich die Kraftstoffpreise um 8,2 Prozent und die Preise für Heizöl (einschließlich Umlage) um 4,2 Prozent. Merklich gestiegen sind hingegen die Preise für Fernwärme und Strom (plus 4,5 bzw. plus 3,1 Prozent). Gas verteuerte sich um 1,6 Prozent.

Die Nahrungsmittelpreise blieben gegenüber dem Vorjahresmonat unverändert. Starke Preisrückgänge gab es bei Speisefetten und -ölen (minus 15,3 Prozent). Vor allem Butter war wesentlich günstiger als ein Jahr zuvor (minus 23,1 Prozent). Die Preise für Obst, Gemüse sowie Molkereiprodukte und Eier sanken ebenfalls. Tiefer in die Tasche greifen mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher unter anderem beim Kauf von Fleisch und Fleischwaren oder Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchten (plus 3,6 bzw. plus 3,1 Prozent).

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die oft auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, ist leicht zurückgegangen. Sie lag im September bei plus 1,5 Prozent nach plus 1,6 Prozent im August.

Unter den zwölf Hauptgruppen wiesen „alkoholische Getränke und Tabakwaren“ die höchste Teuerungsrate auf (plus 2,3 Prozent). Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,2 Prozent. In drei Hauptgruppen war das Preisniveau niedriger als im September 2018: Die Waren und Dienstleistungen der Hauptgruppen „Post und Telekommunikation“ sowie „Verkehr“ verbilligten sich jeweils um 0,5 Prozent. Dabei schlug im Verkehrsbereich vor allem der Rückgang der Kraftstoffpreise zu Buche. In der Hauptgruppe „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ sanken die Preise geringfügig um 0,1 Prozent.

Veränderungen gegenüber August 2019

Gegenüber dem Vormonat sind die Verbraucherpreise im September 2019 um 0,2 Prozent zurückgegangen. Deutliche Preissenkungen waren in der Hauptgruppe „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ zu verzeichnen (minus 2,8 Prozent). Der Grund dafür sind starke Preisrückgänge bei Pauschalreisen (minus 10,3 Prozent), die mit dem Ende der Sommerferien und der damit nachlassenden Nachfrage zusammenhängen dürften. In drei weiteren Hauptgruppen lagen die Preise ebenfalls unter dem Niveau des Vormonats. Kräftige Preissteigerungen gab es hingegen saisonal bedingt bei Bekleidung und Schuhen (plus 4,8 Prozent).

Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preisveränderungen von 600 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sog. Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. Hier wird die Veränderung des Gesamtindex ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.

Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat September 2019 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 7. Oktober 2019 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)