Montag, 18. November 2019

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Rund 64.400 Hektar bestockte Rebfläche in Rheinland-Pfalz

Rund 64.400 Hektar bestockte Rebfläche in Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz verfügt aktuell – nach einer vorläufigen Auswertung der Weinbaukartei – über eine bestockte Rebfläche zur Keltertraubenproduktion von 64.423 Hektar. Die Anbaufläche nahm nach Angaben des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz gegenüber dem Vorjahr geringfügig um 153 Hektar zu (plus 0,2 Prozent). Die Keltertraubenfläche für Weißweine beträgt 46.347 Hektar (plus 0,7 Prozent) und die mit roten Rebsorten bestockte Fläche 18.076 Hektar (minus 0,9 Prozent). Damit setzte sich der Trend, dass die Winzerinnen und Winzer wieder auf weiße Rebsorten setzen, weiter fort.

Rebsorten

Die weiterhin mit Abstand bedeutendste Rebsorte in Rheinland-Pfalz ist der Riesling mit 17.751 Hektar (38,3 Prozent der Weißweinrebsorten; 27,6 Prozent der gesamten bestockten Rebfläche). Das stellt einen neuen Höchststand dar. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Fläche um 117 Hektar zu. An Fläche im Weißweinsegment verloren vor allen Müller-Thurgau, (7.315 Hektar; minus 224 Hektar), Silvaner (2.856 Hektar, minus 97 Hektar), und Kerner (1.768 Hektar; minus 92 Hektar). Mit 13,8 Prozent haben mit Sauvignon blanc bepflanzte Rebflächen von 2018 auf 2019 anteilig am stärksten zugelegt (plus 142 Hektar). Er wächst jetzt auf 1.174 Hektar. Beim Ruländer (Grauburgunder) ist mit 264 Hektar die größte absolute Zunahme der Rebfläche auf 4.329 Hektar im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Die weißen Burgundersorten wachsen inzwischen auf 9.734 Hektar oder 15,1 Prozent der bestockten Rebflächen. Die Flächenzuwächse beim Weißburgunder und Chardonnay betrugen 146 bzw. 77 Hektar. Weißburgunder wächst jetzt auf 3.504 Hektar und Chardonnay auf 1.752 Hektar. Zur weißen Burgunderfamilie gehört noch der Auxerrois (149 Hektar).

Im roten Segment wiesen nur wenige Sorten einen Flächenzuwachs auf. Mit einem Plus von 31 auf 582 Hektar war beim Merlot die größte Zunahme zu verzeichnen. Spätburgunder (4.255 Hektar) gewann sieben Hektar hinzu. Bezogen auf die Fläche verloren insbesondere Portugieser (minus 118 Hektar), Dornfelder (minus 73 Hektar) und Regent (minus 26 Hektar). Damit setzen sich die Tendenzen aus den Vorjahren fort. Dornfelder kommt noch auf ein Anbauareal von 6.937 Hektar. Die Anbauareale von Portugieser und Regent betragen 2.440 bzw. 1.316 Hektar.

Anbaugebiete

Die sechs Weinanbaugebiete des Landes weisen unterschiedliche Größen und Rebsortenspiegel auf. Die bestockte Rebfläche Rheinhessens, dem größte Anbaugebiet Deutschlands, nahm um 96 Hektar auf 26.854 Hektar zu. Die wichtigsten Rebsorten sind dort Riesling (4.854 Hektar) und Müller-Thurgau (4.085 Hektar) vor Dornfelder mit 3.344 Hektar. Die Pfalz (23.683 Hektar) konnte mit einem Rebflächenzuwachs von 129 Hektar die Anbauflächenreduzierung des Vorjahres überkompensieren. In der Pfalz liegt mit 5.894 Hektar die größte Rieslingfläche, gefolgt von Dornfelder (2.869 Hektar), Ruländer (1.830 Hektar) und Müller-Thurgau (1.808 Hektar) sowie dem Spätburgunder (1.690 Hektar). Im rheinland-pfälzischen Teil des Anbaugebiets Mosel dominiert der Riesling (5.405 Hektar). Er wächst auf rund 63 Prozent der bestockten Rebfläche von 8.588 Hektar (minus 85 Hektar). Das Weinanbaugebiet Nahe gehört mit 4.239 Hektar zu den mittelgroßen Anbaugebieten. Die führenden Rebsorten sind Riesling (1.227 Hektar), Müller-Thurgau (507 Hektar) und Dornfelder (413 Hektar). Die Weinbauregion Ahr ist bekannt für ihre Rotweine. Auf gut 82 Prozent der Anbaufläche von 562 Hektar wachsen rote Rebsorten. Angeführt wird das Sortiment vom Spätburgunder (367 Hektar). Am Mittelrhein (448 Hektar) dominiert, wie an der Mosel, der Riesling den Anbau. Sein Anteil beläuft sich dort auf 66 Prozent.

Mit dem Inkrafttreten des neuen EU-Genehmigungssystems für Rebpflanzungen zum 1. Januar 2016 ist ein kommerzieller Weinanbau im gesamten Bundesgebiet zulässig. Die Anlage von Rebflächen zur Weinerzeugung ist somit in Deutschland nicht mehr auf die 13 Weinanbaugebiete begrenzt. Der Umfang der Rebflächen, die dem sogenannten ‚Deutschweingebiet‘ angehören, beträgt derzeit in Rheinland-Pfalz rund 49 Hektar (plus 14 Hektar). Dabei handelt es sich um Rebflächen außerhalb der im Weinrecht festgelegten Weinanbaugebiete (Gebiete mit geschützter Ursprungsbezeichnung und Gebiete mit geschützter geographischer Angabe). Die deutschen bezeichnungsrechtlichen Vorschriften sind im Weingesetz, in der Weinverordnung und den jeweiligen Landesverordnungen der Weinbau treibenden Bundesländer geregelt.

Die Angaben basieren auf einer vorläufigen sekundärstatistischen Auswertung der EU-Weinbaukartei, die von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz geführt wird. Der Rebsortenspiegel beinhaltet eine Aufstellung der angepflanzten Rebsorten einer Region, z. B. eines Bundeslandes. Hierbei wird die Rebfläche der einzelnen Sorten im Allgemeinen in Hektar (1 Hektar = 10.000 m²) angegeben. Da es sich noch um vorläufige Daten handelt, stehen Ergebnisse für Gemeinden noch nicht zur Verfügung.

Autor: Dr. Pascal Kremer (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)