Wednesday, 22. January 2020

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Rückgang bei den Betriebsgründungen und -aufgaben

Rückgang bei den Betriebsgründungen und -aufgaben

In Rheinland-Pfalz gab es in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres weniger sogenannte Betriebsgründungen, d. h. Gründungen von Betrieben, bei denen eine größere wirtschaftliche Bedeutung vermutet wird. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems ging die Zahl der Betriebsgründungen gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres leicht um 0,6 Prozent auf 4.206 zurück.

Zu den Betriebsgründungen zählen alle Neugründungen von Kapital- und Personengesellschaften sowie Neugründungen von Einzelunternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind oder eine Handwerkskarte besitzen bzw. die mindestens einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben.

Die meisten Betriebsgründungen gab es wie gewohnt in den Wirtschaftsabschnitten „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (20,7 Prozent aller Betriebsgründungen), mit Abstand gefolgt von den Wirtschaftsabschnitten „Baugewerbe“ (13,4 Prozent) und dem „Gastgewerbe“ (10,6 Prozent).

Regional betrachtet war die Anzahl der Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner in der kreisfreien Stadt Kaiserslautern am höchsten. Dort ergab sich für diese Kenngröße ein Wert von 21,4. Den höchsten Wert unter den Landkreisen erreichte der Landkreis Ahrweiler mit 11,1 Gründungen je 10.000 Einwohner. Die niedrigste Anzahl der Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner war bei den kreisfreien Städten in Neustadt an der Weinstraße und Koblenz (je 10,7) und bei den Landkreisen im Landkreis Kusel (5,0) zu verzeichnen. Im Durchschnitt ist das Niveau in den kreisfreien Städten deutlich höher als das Niveau in den Landkreisen.

Die Zahl der sonstigen Neugründungen lag in den ersten neun Monaten 2019 mit 16.112 leicht über dem Wert des entsprechenden Vorjahreszeitraums (plus 0,9 Prozent). Als sonstige Neugründungen gelten Gründungen von Kleinunternehmen, d. h. von Einzelunternehmen ohne Handelsregistereintrag und ohne Handwerkskarte, die zudem keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben. Unter den sonstigen Neugründungen befanden sich 9.313 Gründungen im Nebenerwerb. Insgesamt wurden 24.388 Gewerbe angemeldet; dies waren 0,6 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Die Zahl der Aufgaben von Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung (Pendant zu den Betriebsgründungen) ging um 2,2 Prozent auf 3.406 zurück. Die Aufgaben von Kleinunternehmen reduzierten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum nur leicht um 5,6 Prozent auf 14.597. Insgesamt wurden 22.224 Gewerbe abgemeldet, das waren 4,8 Prozent weniger als in den ersten neun Monaten des Jahres 2018.

Die Daten stammen aus der Gewerbeanzeigenstatistik, die aus den monatlichen Lieferungen der rheinland-pfälzischen Gewerbeämter erstellt wird. Somit werden die Gewerbetreibenden durch die Statistik selbst nicht belastet. Die Gewerbeanzeigenstatistik stellt wichtige Informationen über Existenzgründungen und Stilllegungen bereit. Die Zahlen finden in der Wirtschafts-, Wettbewerbs- und Strukturpolitik Verwendung und werden verstärkt auch zu Untersuchungen über die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt herangezogen.

Autor: Lutz Zaun (Sachgebiet Verwaltungsstatistiken)