Sonntag, 29. März 2020

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Weniger Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen

Weniger Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen

Von Januar bis September des laufenden Jahres mussten weniger rheinland-pfĂ€lzische Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems ging die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen um 3,2 Prozent auf 544 zurĂŒck. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen sank um 2,9 Prozent auf 2.079 FĂ€lle.

Unternehmensinsolvenzen

Die Summe der in den InsolvenzantrĂ€gen geltend gemachten GlĂ€ubigerforderungen ging leicht um 0,4 Prozent auf knapp 234 Millionen Euro zurĂŒck. Jedes insolvent gewordene Unternehmen war durchschnittlich mit 429.285 Euro verschuldet (Januar bis September 2018: 417.786 Euro).

Die meisten InsolvenzantrĂ€ge betrafen Unternehmen aus dem Baugewerbe (119), mit Abstand gefolgt von Unternehmen aus dem Wirtschaftsabschnitt „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (92), Gastgewerbe (72) und „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ (45).

Im Landkreis Ahrweiler gab es mit 5,9 Insolvenzen je 1.000 wirtschaftlich aktive Unternehmen die grĂ¶ĂŸte InsolvenzhĂ€ufigkeit. Den zweithöchsten Wert und gleichzeitig den höchsten unter den kreisfreien StĂ€dten verzeichnete die Stadt Kaiserslautern (5,6). Am niedrigsten war die InsolvenzhĂ€ufigkeit in den kreisfreien StĂ€dten Speyer und Landau in der Pfalz mit jeweils 1,9 Insolvenzen je 1.000 wirtschaftlich aktiven Unternehmen sowie im Landkreis SĂŒdliche Weinstraße (2,1).

Verbraucherinsolvenzen

Die Summe der voraussichtlichen Forderungen bei den Verbraucherinsolvenzen belief sich auf knapp 90 Millionen Euro, das waren 11,8 Prozent weniger als von Januar bis September 2018. Die Schulden je insolvent gewordenem Verbraucher betrugen durchschnittlich 43.065 Euro (2018: 47.406 Euro).

Mit ĂŒber 23 FĂ€llen je 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern verzeichnete Pirmasens die höchste HĂ€ufigkeit an Verbraucherinsolvenzen. Die geringsten Werten ergaben sich mit jeweils 1,9 fĂŒr Landau und den Rhein-Pfalz-Kreis.

Die monatliche Insolvenzstatistik gibt Auskunft ĂŒber das Insolvenzgeschehen und ist damit ein wichtiger konjunktureller SpĂ€tindikator. Erhebungsbasis sind die Meldungen der Amtsgerichte ĂŒber die von ihnen bearbeiteten Verfahren.

Autor: Lutz Zaun (Sachgebiet Verwaltungsstatistiken)