Sunday, 19. January 2020

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Weniger Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen

Weniger Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen

Von Januar bis September des laufenden Jahres mussten weniger rheinland-pfälzische Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems ging die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen um 3,2 Prozent auf 544 zurück. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen sank um 2,9 Prozent auf 2.079 Fälle.

Unternehmensinsolvenzen

Die Summe der in den Insolvenzanträgen geltend gemachten Gläubigerforderungen ging leicht um 0,4 Prozent auf knapp 234 Millionen Euro zurück. Jedes insolvent gewordene Unternehmen war durchschnittlich mit 429.285 Euro verschuldet (Januar bis September 2018: 417.786 Euro).

Die meisten Insolvenzanträge betrafen Unternehmen aus dem Baugewerbe (119), mit Abstand gefolgt von Unternehmen aus dem Wirtschaftsabschnitt „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (92), Gastgewerbe (72) und „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ (45).

Im Landkreis Ahrweiler gab es mit 5,9 Insolvenzen je 1.000 wirtschaftlich aktive Unternehmen die größte Insolvenzhäufigkeit. Den zweithöchsten Wert und gleichzeitig den höchsten unter den kreisfreien Städten verzeichnete die Stadt Kaiserslautern (5,6). Am niedrigsten war die Insolvenzhäufigkeit in den kreisfreien Städten Speyer und Landau in der Pfalz mit jeweils 1,9 Insolvenzen je 1.000 wirtschaftlich aktiven Unternehmen sowie im Landkreis Südliche Weinstraße (2,1).

Verbraucherinsolvenzen

Die Summe der voraussichtlichen Forderungen bei den Verbraucherinsolvenzen belief sich auf knapp 90 Millionen Euro, das waren 11,8 Prozent weniger als von Januar bis September 2018. Die Schulden je insolvent gewordenem Verbraucher betrugen durchschnittlich 43.065 Euro (2018: 47.406 Euro).

Mit über 23 Fällen je 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern verzeichnete Pirmasens die höchste Häufigkeit an Verbraucherinsolvenzen. Die geringsten Werten ergaben sich mit jeweils 1,9 für Landau und den Rhein-Pfalz-Kreis.

Die monatliche Insolvenzstatistik gibt Auskunft über das Insolvenzgeschehen und ist damit ein wichtiger konjunktureller Spätindikator. Erhebungsbasis sind die Meldungen der Amtsgerichte über die von ihnen bearbeiteten Verfahren.

Autor: Lutz Zaun (Sachgebiet Verwaltungsstatistiken)