Freitag, 07. August 2020

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Teuerungsrate im Dezember bei plus 1,4 Prozent, im Jahresdurchschnitt bei 1,3 Prozent

Die Teuerungsrate ist im Dezember 2019 gestiegen. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, lag der Verbraucherpreisindex um 1,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im November hatte die Inflationsrate plus 0,8 Prozent betragen.

Energie war im Dezember 2019 günstiger als ein Jahr zuvor (minus 0,8 Prozent). Mineralölprodukte verbilligten sich um 5,8 Prozent. So sanken die Kraftstoffpreise um 6,3 Prozent und die Preise für Heizöl (einschließlich Umlage) um 2,3 Prozent. Die Preise für Strom nahmen dagegen zu (plus 3,9 Prozent). Aber auch die Gaspreise (einschließlich Umlage) und die Preise für Fernwärme waren höher als ein Jahr zuvor (plus 3,0 bzw. plus 2,9 Prozent).

Die Preise für Nahrungsmittel lagen im Dezember 2019 um 1,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Hohe Preissteigerungen waren bei Fleisch und Fleischwaren sowie Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchten zu beobachten (plus 5,4 bzw. plus 5,2 Prozent). Auch bei Obst mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher tiefer in die Tasche greifen (plus 2,1 Prozent; darunter Äpfel plus 12,4 Prozent). Auf der anderen Seite wurden Speisefette und -öle deutlich günstiger angeboten als im Vorjahresmonat (minus 9,7 Prozent). Zum Beispiel kostete Butter 14,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Preise für Molkereiprodukte und Eier veränderten sich dagegen kaum (minus 0,1 Prozent).

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, erhöhte sich leicht. Sie belief sich im Dezember 2019 im Vergleich zum Vorjahresmonat auf plus 1,7 Prozent. Im November 2019 hatte sie 1,6 Prozent betragen.

Unter den zwölf Abteilungen gab es die größten Preissteigerungen gegenüber dem Vorjahresmonat bei den alkoholischen Getränken und Tabakwaren (plus 2,9 Prozent). Die Preise im Bereich „Andere Waren und Dienstleistungen“ stiegen um 2,6 Prozent. Dicht dahinter folgt der Bereich „Bekleidung und Schuhe“ (plus 2,5 Prozent). Im Bereich „Post und Telekommunikation“ lagen die Preise unter dem Niveau des Vorjahresmonats (minus 0,5 Prozent). Die Preise im Verkehrsbereich blieben unverändert.

Veränderungen gegenüber November 2019

Gegenüber dem Vormonat ist der Verbraucherpreisindex im Dezember 2019 um 0,6 Prozent gestiegen. Am stärksten erhöhten sich die Preise in der Abteilung „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ (plus 4,0 Prozent; darunter Pauschalreisen plus 21,1 Prozent). Auch für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke musste mehr bezahlt werden (plus 0,9 Prozent). Lediglich im Bereich „Bekleidung und Schuhe“ sank das Preisniveau (minus 1,2 Prozent).

Entwicklung der Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt 2019

Im Jahresdurchschnitt waren die Verbraucherpreise 2019 um 1,3 Prozent höher als 2018. Der Preisniveauanstieg fiel damit niedriger aus als in den vorhergehenden Jahren: In den Jahren 2017 bzw. 2018 lag der Verbraucherpreisindex im Durchschnitt um 1,4 bzw. 1,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Am stärksten verteuerten sich alkoholische Getränke und Tabakwaren (plus 2,3 Prozent). Dazu trugen im Wesentlichen die Preiserhöhungen bei Tabakwaren bei (plus 3,7 Prozent). Auch die Preise für Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen zogen merklich an (plus 2,1 Prozent). Preisrückgänge waren in einer der zwölf Abteilungen zu verzeichnen: Waren und Dienstleistungen im Bereich „Post und Telekommunikation“ verbilligten sich um 0,7 Prozent.

Die Veränderung des Verbraucherpreisindexes (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittlerinnen bzw. Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preise von 600 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sogenannte Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. In dieser Pressemitteilung wird die Veränderung des Gesamtindexes ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.
Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat Dezember 2019 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 9. Januar 2020 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat Unternehmensregister, Verdienste, Preise)