Donnerstag, 04. Juni 2020

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Verbraucherpreise im April 2020: Inflationsrate bei 1,0 Prozent

Der Verbraucherpreisindex für Rheinland-Pfalz lag im April 2020 um 1,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, fällt die Teuerungsrate damit auf den niedrigsten Wert seit November 2019. Im März hatte die Inflationsrate 1,4 Prozent betragen.

Ursächlich für die Entwicklung des Verbraucherpreisindex ist vor allem der u. a. durch die Corona-Krise hervorgerufene starke Rückgang der Preise für Mineralölprodukte (minus 19,3 Prozent). Sowohl die Kraftstoffpreise als auch die Preise für Heizöl (einschließlich Umlage) lagen deutlich unter den Vorjahreswerten (minus 18,2 bzw. minus 18 Prozent). Für Fernwärme mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher ebenfalls weniger bezahlen (minus 0,5 Prozent). Dagegen gab es bei Strom und Gas (einschließlich Umlage) Preissteigerungen (plus 7,2 bzw. plus 3,1 Prozent). Insgesamt verbilligte sich Energie gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,1 Prozent.

Hinweise zur Qualität des Verbraucherpreisindex (VPI) im April 2020

Im April 2020 kam es aufgrund der Corona-Krise zu mehr oder weniger starken Einschränkungen bei der Erhebung der Verbraucherpreise in den Geschäften. Dennoch ist die Qualität des Verbraucherpreisindex insgesamt weiterhin gewährleistet. Zum einen gab es eine größere Zahl von Waren und Dienstleistungen, die von den momentanen Einschränkungen weniger betroffen waren und deren Preise problemlos erhoben werden konnten. Dazu gehören zum Beispiel Wohnungsmieten, Haushaltsenergie oder Kraftstoffe, die aufgrund ihres hohen Wägungsanteils für die Indexberechnung relevant sind. Zum anderen sind auch auf Basis von Online-Erhebungen solide Berechnungen von Preisveränderungen möglich gewesen. Im Falle einer fehlenden Vor-Ort-Erhebung wurde eine Vorgehensweise für das Ersetzen von fehlenden Preisentwicklungen – die so genannte Imputation – eng mit dem Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) und den Statistischen Ämtern innerhalb Deutschlands abgestimmt. In Einzelbereichen müssen allerdings Einschränkungen in der Aussagefähigkeit in Kauf genommen werden. Statistisch unsichere Zahlenwerte wurden in den Tabellen und Grafiken entsprechend gekennzeichnet.

Die Veränderung des Verbraucherpreisindexes (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden normalerweise 18 Preisermittlerinnen bzw. Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preise von 600 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Diese Vor-Ort-Erhebung war im April 2020 Corona-bedingt stark eingeschränkt. Als Ausweis einer eingeschränkten Datenqualität werden Güter, deren Preiserhebung im April 2020 einen Imputationsanteil von 50 Prozent und mehr aufweist in einer () ausgewiesen.
Die Preisveränderungen der Produkte werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sogenannte Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.

Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat Unternehmensregister, Verdienste, Preise)