Sonntag, 20. September 2020

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Industrie im Juli 2020

Industrie im Juli 2020: Auftragseingänge steigen

Im Juli 2020 zeichnete sich eine weitere Erholung der rheinland-pfälzischen Industrie von den Auswirkungen der Corona-Pandemie ab. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingangsindex um 4,8 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Die Nachfrage aus dem Inland war um 5,5 Prozent und das Ordervolumen aus dem Ausland um 4,4 Prozent höher als im Juni.

In der Vorleistungsgüterindustrie gingen im Juli wesentlich mehr Bestellungen ein als im Monat zuvor (plus 7,9 Prozent). Die Nachfrage nach Investitions- und Konsumgütern stieg ebenfalls (plus 2,3 bzw. plus 1,1 Prozent).

Die drei umsatzstärksten Branchen des Verarbeitenden Gewerbes entwickelten sich unterschiedlich: In der Chemieindustrie, die zur Vorleistungsgüterindustrie zählt und die umsatzstärkste Branche des Verarbeitenden Gewerbes ist, legten die bereinigten Auftragseingänge deutlich zu (plus 8,2 Prozent). Die Bestellungen im Maschinenbau, der zur Investitionsgüterindustrie gehört und die drittgrößte Industriebranche ist, erhöhten sich leicht, und zwar um 0,9 Prozent. In der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie, die zur Investitionsgüterindustrie zählt und gemessen am Umsatz die zweitgrößte Industriebranche ist, war die Nachfrage im Juli hingegen geringer als im Vormonat (minus 2,4 Prozent).

Auch wenn sich die Aufwärtstendenzen im Juli fortsetzten, lagen die preis-, kalender- und saisonbereinigten Auftragseingänge in der Industrie noch immer deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Im Vergleich zum Februar 2020, als die Corona-Pandemie die wirtschaftlichen Aktivitäten in Deutschland noch relativ wenig beeinträchtigte, fielen die bereinigten Auftragseingänge im Juli um 7,7 Prozent geringer aus. Während die Nachfrage aus dem Inland um 1,9 Prozent unter dem Februarniveau lag, belief sich das Minus bei den Bestellungen aus dem Ausland auf elf Prozent. Das Ordervolumen der Investitionsgüterindustrie war um 3,8 Prozent und die Nachfrage nach Vorleistungsgütern um 5,8 Prozent niedriger als im Februar. Im Konsumgüterbereich lagen die bereinigten Auftragseingänge um mehr als ein Viertel unter dem Vorkrisenniveau. Während sich die Nachfrage in der Chemieindustrie und im Maschinenbau mit jeweils minus zwölf Prozent noch nicht wieder erholt hat, gingen in der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie im Juli 1,9 Prozent mehr Bestellungen ein als im Februar.

Die Pressemeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie einschätzen zu können, werden die Ergebnisse des Berichtsmonats zusätzlich mit denen von Februar 2020 verglichen. Die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat können der beiliegenden Tabelle entnommen werden.  Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)