Sonntag, 20. September 2020

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Stabilisierung der Gewerbemeldungen im Juni

Die Zahl der Gewerbemeldungen hat sich nach deutlichen Rückgängen von März bis Mai im Juni wieder stabilisiert. Die Anmeldungen lagen mit 2.801 um annähernd 24 Prozent höher als im Juni 2019, die Zahl der Abmeldungen stieg um 6,5 Prozent auf 2.026. Die Monate März bis Mai waren stark von den Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie geprägt und sorgten dafür, dass die Zahl der Gewerbeanmeldungen im gesamten ersten Halbjahr um 8,1 Prozent und die der Abmeldungen knapp 14 Prozent unter denen der ersten sechs Monate 2019 lagen. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 15.212 Gewerbe an- und 13.147 abgemeldet.

Betriebsgründungen

Entsprechend der Entwicklung der Gewerbeanmeldungen gingen auch die Betriebsgründungen zurück. Im ersten Halbjahr 2020 waren insgesamt 2.593 Gewerbeanmeldungen sogenannte Betriebsgründungen, 7,8 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Bei den Betriebsgründungen kann eine größere wirtschaftliche Relevanz vermutet werden. Zu ihnen zählen alle Neugründungen von Kapital- und Personengesellschaften sowie alle Neugründungen von Einzelunternehmen, bei denen ein Handelsregistereintrag oder eine Handwerkskarte vorliegt oder die mindestens einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben.

Den höchsten Anteil an den Betriebsgründungen hatte mit 19 Prozent der Wirtschaftsabschnitt „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“. Den zweithöchsten Anteil stellte mit 15 Prozent der Wirtschaftsabschnitt „Baugewerbe“.

Die Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner erreichten den höchsten Wert mit 10,7 in der Landeshauptstadt Mainz. Der niedrigste Wert war im Landkreis Trier-Saarburg mit 2,8 zu verzeichnen. Zwischen den kreisfreien Städten und den Landkreisen ist ein deutlicher Niveauunterschied festzustellen. So wurde der höchste Wert unter den Landkreisen, der mit 7,2 Landkreis Bad Dürkheim zu beobachten war, von neun der zwölf Landkreise übertroffen.

Sonstige Neugründungen

Über die Betriebsgründungen hinaus gab es im ersten Halbjahr 2020 insgesamt 10.000 sogenannte sonstige Neugründungen. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 ging deren Anzahl um 8,9 Prozent zurück. Zu den sonstigen Neugründungen gehören die Gründung von Kleinunternehmen, die nicht im Handelsregister eingetragen sind, keine Handwerkskarte besitzen und über keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verfügen, sowie die Gründung von Nebenerwerbsbetrieben. Von den sonstigen Neugründungen erfolgten 6.809 im Nebenerwerb. Dies waren 8,2 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Neben den Betriebsgründungen und sonstigen Neugründungen waren im ersten Halbjahr 2020 noch 2.619 weitere Gewerbeanmeldungen zu verzeichnen. Hierunter fallen Umwandlungen sowie Zuzüge und Übernahmen.

Gewerbeabmeldungen

Die Zahl der Betriebsaufgaben – sie sind das Pendant zu den Betriebsgründungen – sank um 5,4 Prozent auf 2.247. Die sonstigen Stilllegungen, d. h. die Aufgaben von Kleinunternehmen lagen mit 8.263 um 17,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahreshalbjahrs.

Die Daten stammen aus der Gewerbeanzeigenstatistik, die aus den monatlichen Lieferungen der rheinland-pfälzischen Gewerbeämter an die im Statistischen Landesamt angesiedelte Verwaltungsstelle „Gewerbe-Online“ erstellt wird. Die Gewerbeanzeigenstatistik stellt für Rheinland-Pfalz wichtige Informationen über Existenzgründungen und Stilllegungen bereit. Die Zahlen finden in der Wirtschafts-, Wettbewerbs- und Strukturpolitik Verwendung. Daten über Gewerbemeldungen werden auch verstärkt in Bezug auf deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt untersucht.
Die Meldetermine ab dem für Monat März fielen in die Zeit, als Wirtschaft und Behörden von zahlreichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie betroffen waren. Möglicherweise wurde die aufgezeigte Entwicklung hierdurch beeinflusst.

Autor: Dr. Dirk Schneider (Referat Steuern, Verwaltungsstatistiken