Sonntag, 28. Februar 2021

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Verbraucherpreise im Oktober 2020: Keine Änderung gegenüber Vorjahresmonat

Im Oktober 2020 blieb der Verbraucherpreisindex für Rheinland-Pfalz gegenüber dem Vorjahresmonat unverändert. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, entsprach der Indexwert dem Wert des Monats Oktober 2019 (Veränderung: 0,0 Prozent). Im September 2020 war der Verbraucherpreisindex 0,1 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.

Veränderungen gegenüber Oktober 2019

Die Energiepreise sanken im Vergleich zum Oktober 2019 um 6,5 Prozent. Insbesondere Mineralölprodukte wurden deutlich billiger (minus 15,5 Prozent). So nahmen die Preise für Heizöl (einschließlich Umlage) binnen Jahresfrist um 30,4 Prozent und die Kraftstoffpreise um 10,5 Prozent ab. Für Fernwärme und Gas (einschließlich Umlage) musste ebenfalls weniger als vor einem Jahr bezahlt werden (minus 4,4 bzw. minus 0,6 Prozent). Strom verteuerte sich dagegen (plus 4,0 Prozent).

Die Nahrungsmittelpreise lagen im Oktober 2020 um 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Besonders kräftig vielen die Preissteigerungen bei Obst aus (plus 6,3 Prozent). Tiefer in die Tasche greifen mussten Verbraucherinnen und Verbraucher unter anderem beim Kauf von Äpfeln, die 17,4 Prozent mehr kosteten als ein Jahr zuvor. Die Preise für Fleisch und Fleischwaren zogen ebenfalls merklich an (plus 4,5 Prozent; darunter Fleischwurst plus 10,7 Prozent). Preissenkungen gab es bei Speisefetten und Speiseölen (minus 3,3 Prozent); zum Beispiel war Butter um 4,4 Prozent billiger als im Vorjahr.

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, ist im Vergleich zum Vormonat leicht gestiegen. Sie lag im Oktober bei plus 0,6 Prozent nach 0,5 Prozent im September.

Im Jahresvergleich stiegen die Preise bei der Hälfte der zwölf Abteilungen. Die größten Zuwächse gab es im Bereich „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ (plus 2,8 Prozent). Die Abteilung „Andere Waren und Dienstleistungen“, zu der u. a. Dienstleistungen sozialer Einrichtungen wie die ambulante und stationäre Pflege gehören, folgte an zweiter Stelle mit einem Plus von 2,2 Prozent. Über der Zwei-Prozent-Marke lag ebenfalls der Bereich „Nahrungsmittel und Alkoholfreie Getränke“ (plus 2,1 Prozent). Günstig aus Verbrauchersicht entwickelten sich die Preise in den Bereichen „Post und Telekommunikation“ (minus 3,0 Prozent), „Verkehr“ (minus 2,3 Prozent) sowie „Bekleidung und Schuhe“ (minus 2,0 Prozent).

Veränderungen gegenüber September 2020
Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im Oktober 2020 leicht um 0,1 Prozent. Damit war die Veränderungsrate zum Vormonat erstmals seit Juni 2020 wieder positiv. Die höchsten Preissteigerungen gab es in den Abteilungen „Bekleidung und Schuhe“ sowie „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ (plus 1,5 bzw. plus 0,6 Prozent). Unter dem Niveau des Vormonats lagen die Preise für Waren und Dienstleistungen aus der Abteilung „Gesundheit“ (minus 0,9 Prozent). Diese Entwicklung dürfte mit dem erhöhten Festzuschuss beim Zahnersatz für gesetzlich Versicherte zusammenhängen. Auch im Bereich „Verkehr“ waren Preisrückgänge zu verzeichnen (minus 0,2 Prozent). In den Bereichen „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ sowie „Andere Waren und Dienstleistungen“ blieben die Preise im Durchschnitt konstant.

Vom 1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2020 werden der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16 Prozent sowie der ermäßigte Steuersatz von 7 auf 5 Prozent gesenkt. Diese Maßnahme wirkt sich unterschiedlich auf die einzelnen Gütergruppen aus. So sind mehr als zwei Drittel der im Warenkorb enthaltenen Güter mit dem regulären oder dem ermäßigten Steuersatz behaftet. Die übrigen rund 30 Prozent der Güter – wie beispielsweise Mieten – sind von der Mehrwertsteuerpflicht befreit. In welchem Umfang die niedrigeren Mehrwertsteuersätze an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurden, ist nur schwer nachweisbar, da die Preisentwicklung von vielen Faktoren abhängt.

Die Veränderung des Verbraucherpreisindexes (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittlerinnen bzw. Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preise von 650 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sogenannte Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. In dieser Pressemitteilung wird die Veränderung des Gesamtindexes ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.
Im Oktober war es größtenteils möglich, die Vor-Ort-Erhebung durchzuführen. In Einzelfällen kam es aufgrund der Corona-Pandemie zu Ausfällen in der Erhebungspraxis.
Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat Oktober 2020 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 4. November 2020 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat Unternehmensregister, Verdienste, Preise)