Dienstag, 24. November 2020

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Zweiter Lockdown

Wirtschaft benötigt mittelfristige Perspektive!

Koblenz, 13. November 2020. Für die aktuell im Lockdown befindlichen Betriebe fordert die Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz eine mittelfristige Perspektive. Und auch die Industrie benötigt Klarheit, vor allem bei den Regelungen zur Ein- und Ausreise. Unverständlich ist aus Sicht der IHK Koblenz die Schließung von Fitnessstudios, da gerade dort Präventionsmaßnahmen wie etwa eine geregelte Kontaktnachverfolgung sehr gut umsetzbar wären.

„Der Lockdown zeigt nach zwei Wochen tiefe Bremsspuren in unmittelbar wie mittelbar betroffenen Branchen und Betrieben. Umso wichtiger ist, dass die Entschädigungen zügig ausgezahlt und auf mittelbar betroffene Wirtschaftsbereiche, wie etwa den stationären Einzelhandel, ausgeweitet werden“, kommentiert Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz, die ersten beiden Wochen des zweiten Lockdowns 2020. „Die regionalen Unternehmen brauchen unbedingt verlässliche Perspektiven!“ Dieses Bedürfnis werde im Austausch mit den Unternehmerinnen und Unternehmern, etwa im Rahmen von Diskussionen mit dem IHK-Tourismusausschuss und dem Netzwerk Fitnessstudios immer wieder deutlich. „Die Ungewissheit über den Fortgang des Lockdowns und die damit einhergehende Planungsunsicherheit ist Gift für die Wirtschaft“, so Rössel weiter.

Die Industrie, auf die gut 25 Prozent der rheinland-pfälzischen Wertschöpfung entfällt, ist von den behördlichen Einschränkungen zwar nicht direkt betroffen, aber besonders auf ein reibungslos funktionierendes Auslandsgeschäft angewiesen. „Die Konjunkturlokomotive Industrie muss weiterlaufen. Ohne Geschäftsreisen und ohne den Einsatz von Monteuren im Ausland gerät das überlebensnotwendige Auslandsgeschäft in Gefahr. Darum braucht es mehr Tests, klare Regeln zur Ein- und Ausreise sowie perspektivisch eine passende Impfstrategie“, fordert Karina Szwede, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin und Geschäftsführerin Unternehmensservice International bei der IHK Koblenz.

Mit den aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus sollen unter anderem Freizeitaktivitäten eingeschränkt und dadurch mögliche Infektionsherde eliminiert werden. Im Zuge dessen wurden jedoch auch Unternehmen geschlossen, die nicht gänzlich dem Freizeitsektor angehören. So bieten beispielsweise Fitness- und Sportstudios vielfach auch Reha- und Präventionssport an. „Gerade bei den Fitnessstudios ist durch Zugangskontrollen jederzeit eine automatisierte Kontaktnachverfolgung möglich“, ordnet Fabian Göttlich, Geschäftsführer Interessenvertretung bei der IHK Koblenz, ein. „Die Schließung der Studios trifft verantwortungsvolle Inhaber wie auch gesundheitsorientierte Kunden und damit leider die Falschen.“