Dienstag, 24. November 2020

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Desolater Markt für Schweinefleisch

Präsident Horper fordert mehr Engagement von Politik und Lebensmitteleinzelhandel

Koblenz. Die Erzeugerpreise für Schweinefleisch sind von den Schlacht- und Fleischunternehmen diese Woche um weitere 8 Cent je Kilogramm Schweinefleisch zurückgenommen worden und liegen nur noch bei 1,19 Euro je Kilogramm. In vielen Fällen erhalten die Schweinemäster aber nicht einmal mehr diesen Preis, wenn das zu schlachtende Schwein ein bestimmtes Gewicht und ein bestimmtes Alter überschritten hat.

Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, sieht vor allem die Markpartner in der Pflicht: „Diese Preisrücknahme ist völlig unverständlich, da der Abfluss von Schweinefleisch in den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) während des Lock down problemlos vonstattengeht und sich die Verbraucherpreise seit Monaten auf einem Niveau befinden, das einen höheren Erzeugerpreis erlauben würde.“

In vielen Umfragen sei dokumentiert worden, dass der Verbraucher durchaus bereit sei, höhere Verbraucherpreise für regionale Ware zu akzeptieren, erklärt Horper. „Nun liegt es an den führenden Discountketten endlich einzulenken. Es ist an der Zeit ein Zeichen für den Erhalt der heimischen und regionalen Produktion zu setzen. Aber auch die Politik muss sich fragen lassen, ob sie weiter zuschauen will, wie die über Parteigrenzen hinweg gewünschte regionale Vermarktung wegbricht. Die Schweinehalter erwarten, dass die corona-bedingten Hilfen auch für die Schweinebranche zur Verfügung stehen.“