Sonntag, 28. Februar 2021

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Inflationsrate im November 2020 wieder negativ

Die Verbraucherpreise in Rheinland-Pfalz lagen im November 2020 leicht unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, sank die Teuerungsrate auf minus 0,1 Prozent. Im Oktober 2020 betrug die Inflationsrate 0,0 Prozent nach minus 0,1 Prozent im September.

Veränderungen gegenüber November 2019

Die Energiepreise waren im November 2020 um 6,9 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Der Grund dafür sind starke Preissenkungen bei Mineralölprodukten (minus 16,8 Prozent). Besonders günstig aus Verbrauchersicht entwickelten sich weiterhin die Preise für Heizöl (einschließlich Umlage), die innerhalb eines Jahres um 29,5 Prozent sanken. Aber auch Kraftstoffe verbilligten sich spürbar (minus 12,6 Prozent). Für Fernwärme mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher ebenfalls weniger als vor einem Jahr bezahlen (minus 4,4 Prozent). Die Preise für Gas (einschließlich Umlage) gingen gegenüber dem Vorjahresmonat nur leicht zurück (minus 0,3 Prozent). Strom war dagegen um 4,0 Prozent teurer als im November 2019.

Die Nahrungsmittelpreise erhöhten sich gegenüber November 2019 um 2,1 Prozent. Kräftige Preissteigerungen waren bei Obst zu verzeichnen (plus 6,2 Prozent); unter anderem waren Äpfel deutlich teurer als ein Jahr zuvor (14,1 Prozent). Auch für Fleisch und Fleischwaren musste mehr bezahlt werden (plus 5,2 Prozent). Zum Beispiel stiegen die Preise für Fleischwurst um 10,3 und für frisches Geflügelfleisch um 8,8 Prozent. Preissenkungen gab es unter anderem bei Speisefetten und Speiseölen (minus 4,0 Prozent). So war der Preis von Butter im November um 4,4 Prozent geringer als im Vorjahresmonat.

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, war im November 2020 mit plus 0,5 Prozent etwas niedriger als im Oktober, als sie 0,6 Prozent betrug.

In sechs der zwölf Abteilungen zogen die Preise binnen Jahresfrist an. Die stärkste Steigerung gab es mit einem Plus von 2,2 Prozent im Bereich „Andere Waren und Dienstleistungen“, zu dem u. a. Dienstleistungen sozialer Einrichtungen wie die ambulante und stationäre Pflege gehören. Auch in der Abteilung „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ lag die Teuerungsrate über der Zwei-Prozent-Marke (plus 2,1 Prozent). In der Abteilung „Post und Telekommunikation“ sank das Preisniveau um 3,2 Prozent. Es folgten die Bereiche „Verkehr“ (minus 3,1 Prozent) sowie „Bekleidung und Schuhe“ (minus 2,1 Prozent). In der Abteilung „Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe“ blieben die Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat unverändert.

Veränderungen gegenüber Oktober 2020

Im Vergleich zum Vormonat sank der Verbraucherpreisindex um 0,8 Prozent. Größere Preissenkungen gab es in der Abteilung „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ (minus 6,4 Prozent). Auch in der Abteilung „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ lagen die Preise unter dem Niveau des Vormonats (minus 1,0 Prozent). Das größte Plus war bei Bekleidung und Schuhen sowie bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken zu verzeichnen (jeweils plus 0,2 Prozent). Im Bereich „Andere Waren und Dienstleistungen“ blieben die Preise im Durchschnitt konstant.

Vom 1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2020 werden der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16 Prozent sowie der ermäßigte Steuersatz von 7 auf 5 Prozent gesenkt. Diese Maßnahme wirkt sich unterschiedlich auf die einzelnen Gütergruppen aus. So sind mehr als zwei Drittel der im Warenkorb enthaltenen Güter mit dem regulären oder dem ermäßigten Steuersatz behaftet. Die übrigen rund 30 Prozent der Güter – wie beispielsweise Mieten – sind von der Mehrwertsteuerpflicht befreit. In welchem Umfang die niedrigeren Mehrwertsteuersätze an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurden, ist nur schwer nachweisbar, da die Preisentwicklung von vielen Faktoren abhängt.

Hinweise zur Qualität des Verbraucherpreisindex (VPI) im November 2020

Im November 2020 kam es bei der Erhebung der Verbraucherpreise wieder vermehrt zu Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise und den damit zusammenhängenden Maßnahmen des „Lockdown light“. In Einzelbereichen müssen daher Einschränkungen in der Aussagefähigkeit in Kauf genommen werden. Statistisch unsichere Zahlenwerte werden in den Tabellen und Grafiken entsprechend gekennzeichnet.

Die Veränderung des Verbraucherpreisindexes (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittlerinnen bzw. Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preise von 650 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sogenannte Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.

Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. In dieser Pressemitteilung wird die Veränderung des Gesamtindexes ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.

Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat November 2020 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 4. Dezember 2020 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat Unternehmensregister, Verdienste, Preise)