Sonntag, 28. Februar 2021

Letztes Update:11:05:39 AM GMT

region-rhein.de

KAB-Endspurt bei der Petition für armutsfesten Mindestlohn

Köln. Noch bis zum Nikolaustag können Engagierte und Interessierte die Petition für einen armutsfesten Mindestlohn der KAB Deutschlands unterschreiben. „Am Nikolaustag machen wir buchstäblich den Sack zu“, erklärt Andreas Luttmer-Bensmann, Bundesvorsitzender der KAB Deutschlands.

In einer Petition an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil setzt sich die KAB für einen armutsfesten Mindestlohn von derzeit 13,69 Euro brutto pro Stunde und für die Novellierung des Gesetzes zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns (MiLoG) ein, um die notwendige Anhebung zu ermöglichen. Schon jetzt hat die Petition an die 10.000 Unterstützer:innen gefunden.

Derzeitiger Mindestlohn zementiert Armut

Die Kampagne startete, als die Mindestlohnkommission die dreistufige Anhebungen der Lohnuntergrenze von 15 Cent ab 1. Januar 2021, weitere 20 Cent auf 9,60 Euro ab Juli 2021 und in der letzten Stufe ab Juni 2022 auf 10,45 Euro pro Stunde verkündete. Die KAB kritisiert, dass mit der geringen Erhöhung die Armut im Niedriglohnbereich zementiert werde und Million Beschäftigten trotz eines Vollzeitbeschäftigungsverhältnisses eine Rente unterhalb der Grundsicherung drohe. „Die Menschen im Niedriglohnbereich sind gerade durch die Corona-Maßnahmen am stärksten betroffen. Wir müssen Altersarmut jetzt verhindern!“, so Luttmer-Bensmann.

Bundesvorsitzender: „Jede Stimme zählt!“

Bundesvorsitzender Andreas Luttmer-Bensmann rief noch einmal alle Mitstreiter:innen in der KAB auf,  sich bei Freunden, Nachbarn und Interessierten einzusetzen, das Anliegen der KAB für menschenwürdige Arbeit zu unterstützen und die Online-Petition zu unterzeichnen. „Jede Stimme zählt und ermöglicht die notwendigen Veränderungen“, so der KAB-Bundesvorsitzende .   www.kab.de/mindestlohn-petition

Katholische Laien unterstützen Mindestlohn-Petition der KAB

Zentralkomitee der deutschen Katholiken stimmt über KAB-Mindestlohn ab

Bonn/ Köln. Die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) hat am Wochenende beschlossen, die Mindestlohn-Petition der KAB Deutschlands zu unterstützen. Gleichzeitig bekundeten die Delegierten der ZdK-Vollversammlung, sich mit dem Thema Mindestlohn im Sachbereich III „Wirtschaft und Soziales“ im Vorfeld des  Bundestagswahljahres 2021 auseinander zu setzen.

Mindestlohn hat positive Lenkungsfunktion

„Wir brauchen eine Veränderung der gesetzlichen Grundlagen“, betonte Bundesvorsitzender Andreas Luttmer-Bensmann in der Vollversammlung, die zum ersten Mal als Videokonferenz stattfand.  Mit über 51 Prozent bei 13 Enthaltungen setzte sich die Antrag der KAB durch, dass „das Zentralkomitee der deutschen Katholiken die Mindestlohn-Petition der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands unterstützt und alle Katholikinnen und Katholiken zur Unterstützung auffordert.“

In der vorangegangenen Diskussion hatte die Forderung nach einem gerechten Lohn eine breite Unterstützung erfahren. Doch die konkrete Forderung von einem armutsfesten Mindestlohn von 13,69 Euro brutto pro Stunde wollten viele Mitglieder der Vollversammlung nicht mitgehen. Insgesamt wurde der Mindestlohn, der seit fünf Jahren in Deutschland angewendet wird, als ein wichtiges Instrument mit positiver Lenkungsfunktion beschrieben.

„Die KAB drängelt uns, dass wir uns mit dieser Frage auseinanderzusetzen, denn der Gerechte Lohn ist ein Juwel der Katholischen Soziallehre“, betonte Bernhard Emunds, Professor für Christliche Gesellschaftsethik und Sozialphilosophie und Leiter des Nell-Breuning-Instituts in Frankfurt.

www.kab.de/mindestlohn-petition