Dienstag, 09. Mšrz 2021

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Quo vadis St. Josef-Krankenhaus Adenau?

Leserbrief

"Profit vor Menschlichkeit"

ist die unselige Devise bei den bundesweit rasant zunehmenden höchst verhängnisvollen Krankenhausschließungen, so auch in meiner alten Heimat Adenau.

Transparente, wie die angef√ľgte Beschriftung wurden mitgef√ľhrt bei der Demonstration f√ľr den dringend notwendigen Erhalt des St. Josef-Krankenhauses in Adenau am 16.11.2019, die die dramatische Entwicklung in der Johanniterstadt am N√ľrburgring unmissverst√§ndlich umschrieben haben. Das alles soll die inzwischen offenbar resignierende Bev√∂lkerung aus ihrer Lethargie wecken und zum aktiven (friedlichen) Widerstand animieren.

Die verantwortlichen politischen Mandatstr√§ger und Parteien vor Ort verhalten sich √§u√üerst zur√ľckhaltend und sind in einem merkw√ľrdigen Schweigen versunken.

Da war zwischendurch von vertraulichen Gespr√§chen bei der Landesregierung in Mainz und der Betreibergesellschaft Marienhaus GmbH in Waldbreitbach die Rede. Was ist dabei herausgekommen, was ist und war dabei so vertraulich, was darf und soll die schmerzlich betroffene Bev√∂lkerung nicht wissen? Haben der Kreis Ahrweiler mit Landrat J√ľrgen Pf√∂hler das Krankenhaus offenbar schon l√§ngst abgeschrieben, wenngleich am 5.11.2020 die zust√§ndige Sozialministerin Sabine B√§tzing-Lichtenth√§ler im Internet gepostet hat, "der (Krankenhaus-) Standort Adenau IST unverzichtbar. Der dortige Tr√§ger f√ľhrt das Krankenhaus. Sofern er die Tr√§gerschaft abgibt, MUSS der Landkreis die Tr√§gerschaft √ľbernehmen oder ein neuer Tr√§ger muss gefunden werden."

Was geschieht respektive was ist geschehen?

Wo bleiben die dringenden Antworten und notwendigen Lösungen?

Dieses verhängnisvolle Problem totzuschweigen oder auf die Vergesslichkeit der schmerzlich betroffenen Bevölkerung zu vertrauen oder besser gesagt zu spekulieren, wäre zutiefst verächtlich und darf keinesfalls die letzte krude Lösung sein.

Nur noch die √∂rtliche B√ľrgerinitiative Gesundheitsversorgung Adenauer Land e.V. k√§mpft redlich und unerm√ľdlich f√ľr einen Fortbestand des Krankenhauses mit Grund- und Regelversorgung.

Wo sind die 14.000 hoffnungsvollen Unterschriften geblieben, die Frau B√§tzing-Lichtenth√§ler in Mainz √ľbergeben wurden? - wer vertraut noch auf das unertr√§gliche unselige von Augenwischerei gepr√§gte Geschw√§tz der Landesregierung (Frau Dreyer, Frau B√§tzing-Lichtenth√§ler u.a.), bei Marienhaus in Waldbreitbach wird der fatale Kahlschlag der Krankenhausschlie√üungen auch in der Corona-Krise bis zum bitteren Ende ungebremst fortgesetzt.

Da werden auch von den Nachfolgern des von destruktiven Sanierungsideen getriebenen einstigen Generalbevollm√§chtigten und sogenannten Gesundheits√∂konomen Dr. Thomas Wolfram r√ľcksichtslos endg√ľltige Fakten geschaffen und die Landesregierung sieht tatenlos zu, im Gegenteil es gibt noch h√∂chst dubiose staatliche Sicherstellungszuschl√§ge um den dauerhaften Fortbestand des Krankenhauses zu gew√§hrleisten, danach erfolgt die etappenweise Schlie√üung des Hauses durch die Tr√§gergesellschaft.

Das hat schon die Relevanz von sträflicher staatlicher Geldverschwendung.

Das ist f√ľr einen gesunden Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar. Da bleibt nicht mehr viel Zeit, um dem verh√§ngnisvollen Treiben ein Ende zu setzen. Es wurde schon genug verbrannte Erde hinterlassen. Es schaudert einen, solche unsozialen destruktiven Machenschaften erleben zu m√ľssen. Es wurde genug Schaden angerichtet.

Verhängnisvolle Tatsache ist insbesondere, das unser Gesundheitswesen sich mehr und mehr zu einer Gesundheitsindustrie entwickelt, bei der die Ewirtschaftung von Erlösen der zentrale Antrieb ist. Die Krankenversorgung erfolgt nach dem Vorbild industrieller Produktion und verliert dabei den kranken Menschen nahezu völlig aus dem Blick. Das ökonomische Denken ist so vorherrschend, dass es inzwischen schon höchst gefahrenvoll ist, Patient zu werden und zu sein.
Ein Krankenhaus kann nicht gemanagt werden wie eine Autowerkstatt und Menschen können nicht in verwerflicher Weise zu wirtschaftlichen Zahlen degradiert werden.

Das Land Rheinland-Pfalz hat die festgelegte Aufgabe, die bedarfsgerechte flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Krankenhäusern sicherzustellen.
Diese dringend notwendige vorgeschriebene soziale Daseinsvorsorge des Staates ist nahezu komplett verloren gegangen.

Wenn sich nicht bald ein wirksamer (friedlicher) Widerstand in der Bev√∂lkerung organisiert, sieht es d√ľster aus f√ľr die Zukunft im bundesdeutschen Gesundheitswesen.

Mit dem renommierten Literaten Bertolt Brecht kann ich immer nur sagen:
"...Die B√ľrger werden eines Tages nicht nur die Worte und Taten der Politiker zu bereuen haben, sondern auch das furchtbare Schweigen der (eigenen) Mehrheit..."


Hans-Peter Meyer
56130 Bad Ems