Montag, 25. Oktober 2021

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Inflationsrate im April unverändert bei 1,8 Prozent

Im April 2021 lag der Verbraucherpreisindex in Rheinland-Pfalz nach Angaben des Statistischen Landesamtes um 1,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Auch im März hatte die Teuerungsrate 1,8 Prozent betragen.

Veränderungen gegenüber April 2020

Die Energiepreise waren im April 2021 um 8,7 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Binnen Jahresfrist stiegen besonders die Preise für Mineralölprodukte (plus 24,7 Prozent). Dabei mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem für Kraftstoffe tiefer in die Tasche greifen (plus 25,7 Prozent). Bei diesem Vergleich ist zu berücksichtigen, dass aufgrund niedriger Rohölpreise und der geringen Nachfrage während der Corona-Pandemie die Kraftstoffpreise im April 2020 auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau lagen. Hinzukommt die im Januar 2021 eingeführte Kohlendioxid- (CO2) bzw. Kohlenstoffsteuer – eine Steuer auf die CO2-Emissionen von Brennstoffen wie Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas. Heizöl (einschließlich Umlage) verteuerte sich ebenfalls (plus 3,3 Prozent). Steigende Preise waren auch für Gas (einschließlich Umlage) festzustellen (plus 3,5 Prozent). Fernwärme und Strom verbilligten sich dagegen (minus 2,9 bzw. minus 0,2 Prozent).

Die Nahrungsmittelpreise lagen im April um 0,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Den kräftigsten Preisanstieg gab es bei Zucker, Marmelade, Honig und anderen Süßwaren (plus 3,3 Prozent). Zum Beispiel kosteten Schokoladentafeln 5,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Preise für Molkereiprodukte und Eier sowie für Brot und Getreideerzeugnisse erhöhten sich ebenfalls (plus 2,1 bzw. plus 2,0 Prozent). So musste für Quark 9,0 Prozent und für Brot und Brötchen 2,8 Prozent mehr ausgegeben werden als im April 2020. Deutliche Preisrückgänge waren bei Gemüse zu verzeichnen (minus 3,7 Prozent; darunter Kartoffeln minus 16,6 Prozent). Auch für Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte sowie Obst mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher weniger bezahlen als noch vor einem Jahr (minus 2,3 bzw. minus 1,7 Prozent).

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, lag im April wie im März und Februar 2021 bei plus 1,2 Prozent. Im Januar belief sie sich auf plus 1,1 Prozent.

In neun der zwölf Abteilungen stiegen die Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die größten Preissteigerungen gab es mit einem Plus von 7,4 Prozent im Bereich „Verkehr“. Die Preise der Abteilung „Andere Waren und Dienstleistungen“, zu der unter anderem Dienstleistungen sozialer Einrichtungen wie die ambulante und stationäre Pflege gehören, zogen ebenfalls an (plus 3,0 Prozent). Preisrückgänge gab es in den Abteilungen „Post und Telekommunikation“ (minus 1,6 Prozent) und „Gesundheit“ (minus 0,7 Prozent).

Veränderungen gegenüber März 2021

Gegenüber dem Vormonat stieg der Verbraucherpreisindex um 0,5 Prozent. Am stärksten fielen die Preissteigerungen für Waren und Dienstleistungen im Bereich „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ aus (plus 3,0 Prozent). Zu dieser Abteilung gehören beispielsweise Bücher und Computersoftware. Mehr bezahlt werden musste im Vergleich zu März 2021 auch für alkoholische Getränke und Tabakwaren (plus 1,6 Prozent). Preisrückgänge gab es bei Bekleidung und Schuhen (minus 1,1 Prozent). In den Bereichen „Bildungswesen“, „Gesundheit“ und „Andere Waren und Dienstleistungen“ blieben die Preise im Durchschnitt konstant.

Hinweise zur Qualität des Verbraucherpreisindex im April 2021

Auch im April 2021 kam es bei der Erhebung der Verbraucherpreise vermehrt zu Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise und den damit zusammenhängenden Maßnahmen. In Einzelbereichen müssen daher Einschränkungen in der Aussagefähigkeit in Kauf genommen werden. Statistisch unsichere Zahlenwerte werden in den Tabellen und Grafiken entsprechend gekennzeichnet.

Im April 2020 mussten viele Einzelpreise durch die mehr oder weniger starken Einschränkungen bei der Erhebung der Verbraucherpreise in den Geschäften mit wissenschaftlichen Methoden geschätzt werden. Insbesondere in den Abteilungen „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“, „Bekleidung und Schuhe“ und „Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen“ kann daher die Aussagefähigkeit der Teuerungsraten eingeschränkt sein.

Die Veränderung des Verbraucherpreisindexes (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittlerinnen bzw. Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preise von 650 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Ver-brauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sogenannte Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. In dieser Pressemitteilung wird die Veränderung des Gesamtindexes ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.
Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat April 2021 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 5. Mai 2021 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat Unternehmensregister, Verdienste, Preise)