Freitag, 22. Oktober 2021

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Wertschöpfung der Gesundheitswirtschaft sank im Jahr 2020

Wertschöpfung der Gesundheitswirtschaft sank im Jahr 2020

Im Corona-Jahr 2020 verringerte sich auch in der Gesundheitswirtschaft die Wirtschaftsleistung deutlich. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, ging die Bruttowertschöpfung in der rheinland-pfälzischen Gesundheitswirtschaft preisbereinigt um 5,1 Prozent zurück und damit sogar etwas stärker als in der Gesamtwirtschaft (minus 4,8 Prozent).

Mittelfristig wächst die Gesundheitswirtschaft jedoch dynamisch. Zwischen 2008 und 2020 stieg die Wertschöpfung nach derzeitigem Berechnungsstand preisbereinigt um 14 Prozent, während die gesamtwirtschaftliche Bruttowertschöpfung in diesem Zeitraum lediglich um 6,4 Prozent zunahm.
Die Gesundheitswirtschaft trägt mehr als ein Zehntel zur Wirtschaftsleistung bei. In jeweiligen Preisen erzielte der Bereich 2020 eine Bruttowertschöpfung von 14,1 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anteil von elf Prozent an der gesamten Bruttowertschöpfung, die im Land erstellt wird.

Die Gesundheitswirtschaft ist sehr personalintensiv. Daher ist ihre Bedeutung für den Arbeitsmarkt noch größer als ihr Wertschöpfungsanteil. Im Jahr 2020 waren 280.400 Personen in der rheinland-pfälzischen Gesundheitswirtschaft tätig, was einem Anteil von knapp 14 Prozent an allen Erwerbstätigen entspricht. Im Vergleich der Bundesländer ist dies der fünfthöchste Anteil.

Gegenüber 2019 nahm die Zahl der Erwerbstätigen in der Gesundheitswirtschaft um 1,8 Prozent zu. Von 2014 bis 2020 – mit weiter zurückliegenden Jahren sind die Ergebnisse wegen einer Änderung der Methodik nur eingeschränkt vergleichbar – stieg die Erwerbstätigenzahl in der Gesundheitswirtschaft kräftig um 13 Prozent. Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen erhöhte sich in diesem Zeitraum in Rheinland-Pfalz nur um 2,8 Prozent.

Die Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen gibt Auskunft über die Produktivität der Gesundheitswirtschaft. Im Jahr 2020 erwirtschaftete jede erwerbstätige Person in der rheinland-pfälzischen Gesundheitswirtschaft im Durchschnitt eine Bruttowertschöpfung von 50.200 Euro. Damit liegt die Produktivität um rund 1.900 Euro unter dem Durchschnitt aller Bundesländer; im Ländervergleich belegt Rheinland-Pfalz den achten Platz. Aufgrund der hohen Personalintensität ist die Produktivität in der Gesundheitswirtschaft auch wesentlich niedriger als in der Gesamtwirtschaft (2020: 63.500 Euro).

Die Ergebnisse beruhen auf dem Wertschöpfungs-Erwerbstätigen-Ansatz, mit dem die Arbeitsgruppe „Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder“ (AG GGRdL) vergleichbare Daten zur Wertschöpfung und Erwerbstätigkeit in der Gesundheitswirtschaft für alle Bundesländer erstellt. Die Ergebnisse sind konsistent zu den amtlichen Gesamtrechnungsergebnissen der Arbeitskreise Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (AK VGRdL) und Erwerbstätigenrechnung (AK ETR). Dies ermöglicht den Vergleich mit der Gesamtwirtschaft bzw. mit anderen Wirtschaftsbereichen der Bundesländer.
Die Abgrenzung der Gesundheitswirtschaft erfolgte wirtschaftszweigbezogen auf Basis der Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008 (WZ 2008) durch die Arbeitsgruppe Gesundheitsökonomische Gesamtrechnung der Länder (AG GGRdL), der das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz angehört. Weitergehende Informationen – auch zu der Berechnungsmethode – sind der Internetseite der Arbeitsgruppe www.ggrdl.de zu entnehmen.

Autor: Moritz Hohlstein (Referat Analysen Wirtschaft)