Mittwoch, 27. Oktober 2021

Letztes Update:04:13:43 PM GMT

region-rhein.de

Verbraucherpreise im Juni um 2,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat

Die Verbraucherpreise in Rheinland-Pfalz sind im Juni 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich gestiegen. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, war der Verbraucherpreisindex um 2,3 Prozent höher als im Juni 2020. Damit liegt die Teuerungsrate den zweiten Monat in Folge über der für die Geldpolitik wichtigen Zwei-Prozent-Marke. Im Mai betrug die Inflationsrate plus 2,5 Prozent.

Veränderungen gegenüber Juni 2020

Ein wesentlicher Grund für den kräftigen Anstieg der Verbraucherpreise ist die Entwicklung der Energiepreise. Die Verbraucherinnen und Verbraucher mussten im Juni 9,5 Prozent mehr für Energie ausgeben als ein Jahr zuvor. Ein Teil der Steigerung ist darauf zurückzuführen, dass die Energiepreise am Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr und im Sommer 2020 auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau lagen. Darüber hinaus trägt die im Januar 2021 eingeführte Kohlenstoffsteuer zu den hohen Jahresveränderungsraten bei. Vor allem die Preise für Mineralölprodukte zogen deutlich an (plus 26 Prozent). Kraftstoffe verteuerten sich binnen Jahresfrist um 24 Prozent. Die Preise für Heizöl (einschließlich Umlage) stiegen um 15,4 Prozent. Gas (einschließlich Umlage) wurde um 3,2 Prozent teurer. Während Fernwärme 2,9 Prozent billiger angeboten wurde als im Vorjahresmonat, blieben die Strompreise mit minus 0,2 Prozent nahezu unverändert.

Die Preise für Nahrungsmittel lagen im Juni um 0,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Den kräftigsten Preisanstieg gab es bei Speisefetten und Speiseölen (plus 3,8 Prozent). Zum Beispiel kostete Butter vier Prozent und „Sonnenblumenöl, Rapsöl oder Ähnliches“ sogar 11,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Molkereiprodukte und Eier verteuerten sich ebenfalls (plus 2,4 Prozent). Dagegen wurde Gemüse günstiger angeboten als im Vorjahresmonat (minus 1,9 Prozent). So sanken die Preise für Blumenkohl um 34 Prozent und für Auberginen um 15,2 Prozent.

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, belief sich im Juni 2021 auf plus 1,5 Prozent. Im Mai 2021 betrug sie plus 1,6 Prozent.

Unter den zwölf Abteilungen gab es im Bereich „Verkehr“ die größten Preissteigerungen gegenüber dem Vorjahresmonat (plus 7,7 Prozent). An zweiter Stelle folgte die Abteilung „Bekleidung und Schuhe“ mit plus 3,4 Prozent. Preisrückgänge waren im Bereich „Post und Telekommunikation“ zu verzeichnen (minus 1,3 Prozent). Die Preise für Waren und Dienstleistungen aus der Abteilung „Gesundheit“ änderten sich kaum (minus 0,2 Prozent).

Veränderungen gegenüber Mai 2021

Im Vergleich zum Vormonat ist der Verbraucherpreisindex um 0,4 Prozent gestiegen. Unter anderem verteuerten sich Bekleidung und Schuhe um 1,1 Prozent sowie Waren und Dienstleistungen aus der Abteilung „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ um ein Prozent. In den Abteilungen „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ (minus 0,3 Prozent) sowie „Bildungswesen“ (minus 0,2 Prozent) war das Preisniveau etwas niedriger als im Mai. In den Bereichen „Gesundheit“ und „Post und Telekommunikation“ blieben die Preise im Durchschnitt konstant.

Hinweise zur Qualität des Verbraucherpreisindex (VPI) im Juni 2021

Im Juni 2021 kam es bei der Erhebung der Verbraucherpreise kaum noch zu Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise und den damit zusammenhängenden Maßnahmen, sodass die Aussagefähigkeit der Juni-Werte gewährleistet ist. Nur noch in wenigen Fällen ist die Vergleichbarkeit mit dem Vormonat oder Vorjahresmonat eingeschränkt, weil im Juni 2020 oder im Mai 2021 die Preisermittlung noch stärker beeinträchtigt war. Statistisch unsichere Zahlenwerte werden in den Tabellen und Grafiken entsprechend gekennzeichnet.

Die Veränderung des Verbraucherpreisindexes (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittlerinnen bzw. Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preise von 650 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sogenannte Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. In dieser Pressemitteilung wird die Veränderung des Gesamtindexes ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.
Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat Juni 2021 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 5. Juli 2021 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autor: Christian Born (Sachgebiet Verdienste, Preise)