Montag, 25. Oktober 2021

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Pachtpreis für landwirtschaftlich genutzte Fläche zieht an

Pachtanteil relativ stabil

Nach den Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 bearbeiteten in Rheinland-Pfalz insgesamt 16.040 landwirtschaftliche Betriebe eine landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) von 699.150 Hektar. Davon waren 448.600 Hektar bzw. 64 Prozent Pachtflächen. Gegenüber 2010 hat sich der Anteil der Pachtfläche nur geringfügig verändert. Rund 235.200 Hektar bzw. 34 Prozent waren selbstbewirtschaftete Eigenflächen sowie 15.300 Hektar (2,2 Prozent) Flächen, die den Betrieben unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurden.

Im Jahr 2020 betrug das jährliche Pachtentgelt je Hektar LF landesweit durchschnittlich 260 Euro. Seit 2010 entspricht das einem Anstieg um 61 Euro je Hektar LF bzw. 31 Prozent. Die Preise für Neupachten, sprich für Verträge, die zwischen dem 1. März 2018 und dem Erhebungsstichtag 1. März 2020) abgeschlossen oder geändert wurden, lagen deutlich darüber: 318 Euro je Hektar und damit 22 Prozent mehr als der durchschnittliche Hektarpreis wurden verlangt. Je Hektar Ackerland mussten 2020 rund 248 Euro gezahlt werden (2010: 195 Euro, plus 27 Prozent), für Dauergrünland 110 Euro (2010: 89 Euro, plus 24 Prozent). Für die Neupacht von Ackerland waren 296 Euro je Hektar zu zahlen, für Dauergrünland 138 Euro je Hektar. Für Rebflächen wurden im landesweiten Durchschnitt 2020 rund 1032 Euro je Hektar aufgerufen. 2010 waren es noch 857 Euro: Ein Plus von gut 20 Prozent.

Betrachtet man den Pachtpreis bezogen auf die Betriebsgröße, sticht die Größenklasse unter 5 Hektar LF besonders heraus. In dieser Gruppe befinden sich überwiegend Weinbau-, Gartenbau- und Obstbaubetriebe, die meist nur kleine Flächen bewirtschaften. Werden deren gezahlte Pachtentgelte auf einen Hektar umgerechnet, ergibt sich ein überdurchschnittlich hoher Werte von 1.091 Euro je Hektar. Dieser Effekt zeigt sich noch bis in die Größenklasse 20 bis 50 Hektar, wo durchschnittlich noch 355 Euro je Hektar gezahlt wurden. Mit 210 Euro je Hektar ist das Pachtentgelt in der Größenklasse 100 bis 200 Hektar am geringsten. In dieser Größenklasse ist mit 151.600 Hektar die meiste LF gepachtet, sodass sich hier Skaleneffekte ableiten lassen. Mit Abnahme der gepachteten LF in den Größenklassen darüber steigt der Pachtpreis im Mittel wieder.

Regionale Unterschiede

Neben der Betriebsgröße haben auch die Bodenqualität und die klimatische Anbaueignung großen Einfluss auf die Höhe der Pachtpreise. Speziell in der durch Gemüseanbau geprägten Vorderpfalz liegt das Pachtniveau für Ackerland hoch: Im Rhein-Pfalz-Kreis wurden 626 Euro je Hektar gezahlt, in Frankenthal 645 Euro. Demgegenüber stehen die in ihrem Ertragspotential benachteiligten, grünlanddominierten Mittelgebirgslagen: Im Westerwaldkreis wurde durchschnittlich ein Pachtpreis für Ackerland von 81 Euro je Hektar gezahlt (Dauergrünland: 64 Euro je Hektar), der niedrigsten Hektarpreise in Rheinland-Pfalz.

Datenangebot

Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 sind im gemeinsamen Statistikportal des Bundes und der Länder unter lz2020.statistikportal.de/ zu finden. Die Ergebnisse sind in Form einer interaktiven StoryMap mit dem Titel "Wem gehört die Landwirtschaft" aufrufbar.

Autor: Dr. Pascal Kremer (Referat Landwirtschaft, Umwelt)