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Staatsanwaltschaft Koblenz

Gefährliche Körperverletzung in Ransbach-Baumbach am 13.09.2018

Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat gegen den 50 Jahre alten ukrainischen LKW-Fahrer zwischenzeitlich Anklage zum Amtsgericht - Schöffengericht - Montabaur wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung erhoben.

Darin wird dem Angeschuldigten zur Last gelegt, in der Nacht zum 13.09.2018 in Ransbach-Baumbach einen 49j√§hrigen russischen LKW-Fahrer nach einer t√§tlichen Auseinandersetzung mit einem Messer angegriffen und erheblich verletzt zu haben. Der Gesch√§digte habe sich nach der Tat noch zu seinem LKW begeben und diesen noch wenige Meter bewegt, bevor er zusammengebrochen und das Fahrzeug mittig auf der Fahrbahn stehengeblieben sei. Grund f√ľr die Streitigkeit sollen unterschiedliche Ansichten zu politischen Themen gewesen sein. Lebensgefahr habe f√ľr den Gesch√§digten nicht bestanden.

Die nach Tatbegehung zun√§chst vorgenommene W√ľrdigung des Sachverhalts als versuchter Totschlag haben die Ermittlungen nicht best√§tigt. Denn danach hat der Angeschuldigte nach den Messerstichen freiwillig von der weiteren Tatausf√ľhrung abgesehen, obwohl es ihm noch m√∂glich gewesen w√§re, den Gesch√§digten zu t√∂ten. Damit ist er strafbefreiend von dem Versuch eines Totschlags zur√ľckgetreten.

Der seit dem 13.09.2018 in Untersuchungshaft befindliche Angeschuldigte r√§umt die Tat ein. Termin zur Hauptverhandlung ist noch nicht bestimmt. Bitte wenden Sie sich wegen des weiteren gerichtlichen Verfahrens an die Pressestelle des Amtsgerichts Montabaur, wenn Sie hierzu Ausk√ľnfte ben√∂tigen.

Rechtliche Hinweise:

Wegen Totschlags macht sich strafbar, wer einen Menschen t√∂tet, ohne M√∂rder zu sein. Der Versuch ist strafbar. Jedoch wird gem√§√ü ¬ß 24 Abs. 1 Satz 1 StGB wegen eines Versuchs nicht bestraft, wer freiwillig die Ausf√ľhrung der Tat aufgibt oder deren Vollendung verhindert.

Eine gefährliche Körperverletzung begeht u.a., wer einen anderen mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs verletzt. Sie wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.

Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage, wenn sie aufgrund der Ermittlungen zu dem Ergebnis gelangt, dass eine Verurteilung des Angeschuldigten wahrscheinlicher als ein Freispruch ist. Allein mit der Erhebung einer Anklage ist weder ein Schuldspruch noch eine Vorverurteilung der Angeschuldigten verbunden. Es gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung. Gleiches gilt auch in dem Fall, in dem ein Angeschuldigter sich in Untersuchungshaft befindet.

gez. Harald Kruse, Leitender Oberstaatsanwalt