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Generalstaatsannwaltschaft Koblenz

Bundesweite Durchsuchungen in der Underground Economy Szene bei Nutzern der Plattform ‚Äěcrimenetwork.co‚Äú

17 Objekte von 14 Beschuldigten in Rheinland-Pfalz durchsucht und ein Haftbefehl vollstreckt

Am 23. Juni 2020 wurden im Rahmen einer bundesweiten Aktion in insgesamt 328 Ermittlungsverfahren gegen Nutzer der Internetplattform ‚Äěcrimenetwork.co‚Äú eine Vielzahl von Durchsuchungsbeschl√ľssen vollzogen und mehrere Haftbefehle vollstreckt. Koordiniert wurden die Ma√ünahmen gegen die Nutzer der Plattform von der bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg errichteten Zentralstelle Cybercrime Bayern und dem Landeskriminalamt Brandenburg.

Seit August 2019 ermitteln die Cybercrime-Spezialisten aus Bamberg gemeinsam mit einer l√§nder√ľbergreifenden Ermittlungsgruppe des polizeilichen Nordverbundes Cybercrime (Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein) und dem Bundeskriminalamt gegen Nutzer der Plattform. Der nahezu ausschlie√üliche Zweck des Forums liegt im Handel und Austausch von Informationen, Daten, Werkzeugen und Waren, die entweder direkt aus Straftaten stammen oder der unmittelbaren Begehung weiterer Straftaten dienten. Dabei handelt es sich unter anderem um die Bezahlung von Online-Bestellungen mit fremden Zahlungsdaten oder die Erlangungen von betr√ľgerischen √úberweisungen von unwissenden Gesch√§digten. Zudem dient die Plattform als Handelsplatz unter anderem f√ľr den Verkauf von Bet√§ubungsmitteln, Hacker-Tools, Botnetzen, Falschgeld, illegal beschaffter Konten- und Kreditkartendaten und vornehmlich Hieb- und Stichwaffen. In akribischer Kleinarbeit ist es in den letzten Monaten gelungen, zahlreiche Personen zu identifizieren, die crimenetwork.co f√ľr illegale Zwecke verwendeten. Crimenetwork.co trat in der Underground Economy an die Stelle des geschlossenen Forums crimenetwork.biz. Um der Entdeckung durch Strafverfolgungsbeh√∂rden entgehen zu k√∂nnen, wurden auf crimenetwork.co gezielt Anleitungen zum Verhalten bei Durchsuchungen, zur Anonymisierung im Internet und Verschl√ľsselung von Daten ver√∂ffentlicht.

In Rheinland-Pfalz wurden unter Federf√ľhrung der Landeszentralstelle Cybercrime (LZC) der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz und unter der Koordination des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz 17 Objekte von 14 Beschuldigten wegen des Verdachts des Handeltreibens oder Erwerbs von Bet√§ubungsmitteln, Verst√∂√üen gegen das Arzneimittelgesetz, Betrug und Computerbetrug, Hehlerei, F√§lschung beweiserheblicher Daten, Urkundenf√§lschung sowie Geldw√§sche durchsucht. Dabei konnten Rechner und Speichermedien, Mobiltelefone, Bargeld, digitale W√§hrungen u.a. Bitcoins, Bet√§ubungsmittel und Unterlagen sichergestellt werden. Die Auswertung der sichergestellten Gegenst√§nde sowie die weiteren Ermittlungen dauern an.

Eine der beschuldigten Personen befindet sich in Untersuchungshaft. Dem 33-j√§hrigen Deutschen werden Warenbetr√ľgereien sowie der gewerbsm√§√üige Handel mit Bet√§ubungsmitteln √ľber das Forum ‚Äěcrimenetwork.co‚Äú vorgeworfen.

Generalstaatsanwaltschaft Koblenz