Montag, 13. Juli 2020

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Generalstaatsannwaltschaft Koblenz

Bundesweite Durchsuchungen in der Underground Economy Szene bei Nutzern der Plattform „crimenetwork.co“

17 Objekte von 14 Beschuldigten in Rheinland-Pfalz durchsucht und ein Haftbefehl vollstreckt

Am 23. Juni 2020 wurden im Rahmen einer bundesweiten Aktion in insgesamt 328 Ermittlungsverfahren gegen Nutzer der Internetplattform „crimenetwork.co“ eine Vielzahl von Durchsuchungsbeschlüssen vollzogen und mehrere Haftbefehle vollstreckt. Koordiniert wurden die Maßnahmen gegen die Nutzer der Plattform von der bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg errichteten Zentralstelle Cybercrime Bayern und dem Landeskriminalamt Brandenburg.

Seit August 2019 ermitteln die Cybercrime-Spezialisten aus Bamberg gemeinsam mit einer länderübergreifenden Ermittlungsgruppe des polizeilichen Nordverbundes Cybercrime (Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein) und dem Bundeskriminalamt gegen Nutzer der Plattform. Der nahezu ausschließliche Zweck des Forums liegt im Handel und Austausch von Informationen, Daten, Werkzeugen und Waren, die entweder direkt aus Straftaten stammen oder der unmittelbaren Begehung weiterer Straftaten dienten. Dabei handelt es sich unter anderem um die Bezahlung von Online-Bestellungen mit fremden Zahlungsdaten oder die Erlangungen von betrügerischen Überweisungen von unwissenden Geschädigten. Zudem dient die Plattform als Handelsplatz unter anderem für den Verkauf von Betäubungsmitteln, Hacker-Tools, Botnetzen, Falschgeld, illegal beschaffter Konten- und Kreditkartendaten und vornehmlich Hieb- und Stichwaffen. In akribischer Kleinarbeit ist es in den letzten Monaten gelungen, zahlreiche Personen zu identifizieren, die crimenetwork.co für illegale Zwecke verwendeten. Crimenetwork.co trat in der Underground Economy an die Stelle des geschlossenen Forums crimenetwork.biz. Um der Entdeckung durch Strafverfolgungsbehörden entgehen zu können, wurden auf crimenetwork.co gezielt Anleitungen zum Verhalten bei Durchsuchungen, zur Anonymisierung im Internet und Verschlüsselung von Daten veröffentlicht.

In Rheinland-Pfalz wurden unter Federführung der Landeszentralstelle Cybercrime (LZC) der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz und unter der Koordination des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz 17 Objekte von 14 Beschuldigten wegen des Verdachts des Handeltreibens oder Erwerbs von Betäubungsmitteln, Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz, Betrug und Computerbetrug, Hehlerei, Fälschung beweiserheblicher Daten, Urkundenfälschung sowie Geldwäsche durchsucht. Dabei konnten Rechner und Speichermedien, Mobiltelefone, Bargeld, digitale Währungen u.a. Bitcoins, Betäubungsmittel und Unterlagen sichergestellt werden. Die Auswertung der sichergestellten Gegenstände sowie die weiteren Ermittlungen dauern an.

Eine der beschuldigten Personen befindet sich in Untersuchungshaft. Dem 33-jährigen Deutschen werden Warenbetrügereien sowie der gewerbsmäßige Handel mit Betäubungsmitteln über das Forum „crimenetwork.co“ vorgeworfen.

Generalstaatsanwaltschaft Koblenz