Donnerstag, 02. Dezember 2021

Letztes Update:05:13:27 PM GMT

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Staatsanwaltschaft Koblenz

Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens auf der Bundesstraße 274

Die Staatsanwaltschaft Koblenz führt ein Ermittlungsverfahren gegen 9 Männer im Alter zwischen 19 und 61 Jahren aus Hessen (5) und Rheinland-Pfalz (4) wegen des Verdachts des verbotenen Kraftfahrzeugrennens gemäß § 315d Absatz 1 Strafgesetzbuch.

Den Beschuldigten, bei denen es sich um 7 Deutsche sowie um einen türkischen und einen marokkanischen Staatsangehörigen handelt, wird vorgeworfen, am 09.05.2021 in einem Teilabschnitt der B 274 zwischen Allendorf und Zollhaus mit ihren Motorrädern unter wechselnder Beteiligung und mit teilweise riskanten Fahrmanövern an einem nicht genehmigten Kraftfahrzeugrennen teilgenommen zu haben, dessen Ziel es gewesen sein soll, eine möglichst hohe Geschwindigkeit zu erreichen. Dabei sollen auch Teile des Rennens mit Helmkameras aufgezeichnet worden sein.

Im Rahmen der Ermittlungen wurden am 23.06.2021 unter Federführung der PD Montabaur auf der Grundlage von Beschlüssen des Amtsgerichts Koblenz mehrere Wohnobjekte in Rheinland-Pfalz und Hessen durchsucht. Hierbei wurden u.a. 9 teils hochmotorisierte Motorräder, Motorradbekleidung und Datenträger sichergestellt. In zwei Objekten wurden zudem geringe Mengen Betäubungsmittel vorgefunden. Weiterhin wurden zwei richterliche Beschlüsse gemäß § 111a Strafprozessordnung (vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis) vollstreckt.

Die Auswertung der bei der Durchsuchung sichergestellten Beweismittel und die ergänzend veranlassten Ermittlungen dauern an. Nähere Einzelheiten hierzu können – auch auf Nachfrage – nicht erteilt werden, um deren sachgerechte Durchführung nicht zu gefährden.

Rechtliche Hinweise:

Gemäß § 152 Abs. 2 der Strafprozessordnung ist die Staatsanwaltschaft verpflichtet zu ermitteln, wenn ihr zureichende tatsächliche Hinweise auf verfolgbare Straftaten bekannt werden. Die Aufnahme von Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft bedeutet mithin nicht, dass Beschuldigte eines Ermittlungsverfahrens sich tatsächlich strafbar gemacht haben, oder dass für ihre spätere Verurteilung eine überwiegende Wahrscheinlichkeit besteht. Weiterhin bitte ich zu beachten, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Ob es hinsichtlich der derzeit bestehenden Tatvorwürfe zu einer Anklageerhebung oder Verurteilung kommt, ist daher offen. Für die Staatsanwaltschaft gilt bis zu einem rechtskräftigen Abschluss die Unschuldsvermutung.

Gemäß § 315d Strafgesetzbuch macht sich strafbar, wer im Straßenverkehr

ein nicht erlaubtes Kraftfahrzeugrennen ausrichtet oder durchführt, als Kraftfahrzeugführer an einem nicht erlaubten Kraftfahrzeugrennen teilnimmt oder

sich als Kraftfahrzeugführer mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen.

Das Gesetz sieht hierfür eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe vor.

gez. Kruse, Leitender Oberstaatsanwalt